«gegen Knäste!»

 

«gegen Knäste!» lässt ­verschie­dene Gruppen, die sich kritisch mit ­Gefängnissen aus­einandersetzen, zu Wort kommen. Hierbei soll es unter anderem um die Frage gehen, warum überhaupt eingesperrt wird, was das neben dem Freiheitsentzug noch für die Gefangenen bedeutet und wie Selbstorganisierung im Gefängnis möglich ist. Zudem soll es auch praktische Ansätze geben, um die Isolation zu überwinden. In diesem Rahmen möchten wir euch auch auf den internationalen Aktionstag gegen Polizeigewalt am 15.03. und den Tag der politischen Gefangenen am 18.03. hinweisen.

 

Flyer

 

 

 

  • 01.03. | 17:00

Soziale Bewegung im und gegen den Knast

Vortrag der Soligruppe Jena der Gefangenen-­Gewerkschaft (GG/BO)


Seit Mai 2014 organisieren sich Gefangene in der GG/BO und werden dabei von draußen von den Solidaritätsgruppen unterstützt. Die ­Soligruppe Jena gibt einen Rückblick auf bald sechs Jahre Ge­fangenenkämpfe und -solidarität im Rahmen der GG/BO. Dabei soll es auch um heiße Fragen gehen wie: Was ist mit Nazis, Verge­waltigern und Islamisten im Gefängnis? Was ist eigentlich unsere Kritik an der Institution Gefängnis? Welchen Umgang mit drohenden Haftstrafen empfehlen wir unserer Bewegung?

 

 

  • 06.03. | 19:00

Strafe und Gefängnis – eine Einführung

Vortrag und Diskussion mit Rehzi Malzahn

Dass wir strafen, erscheint uns eine Selbstverständlichkeit. Manchmal erfüllt sie uns mit Unbehagen, aber wirklich in Frage stellen wir sie nicht. „Strafe ist die Wurzel der Gewalt auf unserem Planeten“, schreibt der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall ­Rosenberg. Strafe ist ein Kern von Herrschaft: sie bedarf Institutio­nen, die sie ausführen, und bedeutet, dass sich ein Individuum über das andere erhebt. Während einzelne Institutionen der Strafe (wie z.B. das Gefängnis oder auch die Züchtigung in der Schule) ­konjunkturell kritisiert werden, ist die Kritik der Strafe als solches eine Seltenheit.Um einer friedlicheren und freieren Gesellschaft näher zu kommen, ist daher die Infragestellung von Bestrafung notwendig.
Wie aber kann es anders gehen? Welche Alternativen gibt es? In ­antikolonialen Befreiungskämpfen, indigenen Kulturen und margina­lisierten Communities finden sich jedoch eine Menge anderer ­Verfahren der »Unrechtsbewältigung« oder »Gerechtigkeitsfindung«. Als »Restorative Justice« und »Transformative Justice« werden solche Alternativen heute auch in weißen Mehrheitsgesellschaften diskutiert.

 

 

  • 19.03. | 19:00

Armut und Gefängnis

Vortrag des AK Entknastung der Naturfreundejugend Berlin

Armut wirkt strafverschärfend, das heißt wer arm ist landet schneller im Gefängnis als eine wohlhabende Person. Bei dieser Aussage ­denken viele vermutlich zunächst daran, dass mehr verfügbares Geld, eine bessere anwaltliche Verteidigung ermöglicht. Das Beispiel der Ersatzfreiheitsstrafe zeigt aber exemplarisch, dass Armut nicht nur Regelbrüche wie das Fahren ohne Fahrschein be­günstigt,  ­sondern im Vergleich zu anderen geringfügigen Vergehen wie beispielsweise falsch Parken auch härter bestraft wird. In unserem Vortrag wollen wir den Begriff der Delinquenz nachzeichnen, wie bestimmte Gruppen strukturell vom Rechts­apparat ­benachteiligt werden und warum sich trotz der offensichtlichen Ungerechtigkeit bisher nichts an dem Zustand verändert hat.

 

 

  • 22.03. | 20:00

Film

Doku zu Restorative Justice

 

 

  • 29.03. | 20:00

Film

Doku über zwei Frauen während und nach ihrem Knastaufenthalt

 

 

 

gegen Knäste! – Eine gefängniskritische Veranstaltungsreihe wird organisiert durch das Alternative Vorlesungsverzeichnes des STURA der MLU Halle.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sowie Angehörige von ­Repressionsbehörden den Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.